Die besten Ideen entstehen oft dadurch, dass man sich von guten Ideen anderer anregen lässt. Deshalb stellen wir Ihnen hier einige der besten Schlagzeilen und Motive vor.
DDR-Nostalgie
In der DDR war nicht alles schlecht: Aspekte wie Kinderbetreuung,
Arbeitsplatzsicherheit oder der viel gerühmte Gemeinschaftssinn
hatten auch ihr Gutes.
Was sich aber auch beim besten Willen nicht schön reden lässt,
ist der Zustand der Straßen. Da geriet so mancher Ausflug
zum Abenteuer-Trip, wenn sich nach einem kräftigen Regenguss
plötzlich knietiefe Schlaglöcher im Asphalt auftaten.
Oder dem Zahn der Zeit einfach große Teile des Straßenbelags
zum Opfer fielen.
Diesen widrigen Verhältnissen schien nur die legendäre
"Rennpappe" – der allgegenwärtige Trabant –
gewachsen zu sein.
Doch in der neuesten Anzeige der Automarke Jeep wird deutlich,
dass doch tatsächlich jemand dem "Offroad"-Feeling
der DDR-Straßen nachtrauert – alle Fans und Fahrer von
Geländewagen nämlich.
Für sie sind DDR-typische Straßen ein absoluter Traum,
denn hier kann man endlich einmal alle 4-Rad-Optionen eines solchen
Wagens ausreizen und auch in Mecklenburg-Vorpommern Camel-Trophy-Atmosphäre
genießen.
Schnäppchen-Jäger
Günstige Sonderangebote waren in den vergangenen Monaten der
am meisten eingesetzte Aufhänger in der Print-Werbung.
Dabei beschränkten sich die Motive meist darauf, die angebotenen
Waren und den günstigen Preis abzubilden.
Der Expert-Markt in Augsburg zeigt, dass es auch anders geht: Auf
dem Plakat des Elektronik-Discounters wurde statt eines Hightech-Geräts
der Kunde in Szene gesetzt.
Dabei wurde die Bezeichnung "Schnäppchenjäger"
wörtlich genommen – der Kunde erscheint im feschen Jäger-Outfit.
Kombiniert mit einem Reim wird diese Werbebotschaft
auf eine ausgesprochen anschauliche und humorvolle Art und Weise
auf den Punkt gebracht.
Als Betrachter liegen einem neue Reime geradezu auf der Zunge.
So muss es auch den Machern der Kampagne selbst ergangen sein,
denn bisher sind bereits ein Dutzend neuer Motive erschienen und
die Ideen gehen nicht aus.
Neuester Schüttelreim aus dem Hause Wasl & Wüst,
Werbeagentur aus München: "Der Jäger gut bei Expert
parkt, drum meidet er den Media Markt."
Die Nase Vorn
Die Fusion zweier Großbanken ist ein wirtschaftlicher Vorgang,
der den Kunden sehr sensibel vermittelt werden sollte: Denn für
die meisten Menschen sind Geldangelegenheiten Vertrauenssache.
Gelingt es nicht, die Vorteile einer Banken-Zusammenlegung nachvollziehbar
und transparent darzustellen, droht ein Vertrauensverlust und ein
Abwandern der Kunden.
Die DZ Bank hat einen sehr ungewöhnlichen, aber sympathischen
und ansprechenden Weg gefunden, Kunden und Interessenten über
die Bankenfusion zu informieren. Dabei wird auf die Angabe wirtschaftlicher
Daten verzichtet.
Stattdessen symbolisieren zwei Rennpferde die neue – doppelte
Stärke – der DZ Bank.
Denn während sich die anderen Traber noch mächtig ins
Zeug legen, hat der Sulky mit den 2 Zugpferden schon uneinholbar
die Nase vorn.
Besser Hören
Schlechtes Hören isoliert die betroffenen Menschen nicht nur
von ihrer Umgebung, sondern kann auch zu lebensbedrohlichen Situationen
führen.
Diese nüchterne Wahrheit hört niemand gerne – sie
ist schon gar nicht dazu angetan, Aufhänger für originelle
Anzeigenwerbung zu sein.
Dass das trotzdem möglich ist, zeigt die aktuelle Plakatkampagne
des Forum Besser Hören. Ohne jede Schwermut oder Peinlichkeit
und auch ohne Betroffenheitsrhetorik wird hier das Thema Schwerhörigkeit
so locker aufgegriffen, dass man beim Betrachten sogar schmunzeln
kann:
Da legt ein etwas betagter Indianer sein Ohr auf die Schiene, um
in bekannter Manier herannahende Geräusche zu erspüren.
Doch leider bemerkt "Häuptling Schwaches Gehör"
dabei nicht den schon bedrohlich nahe herandonnernden Zug ...
Ausgefallen
Bei der Präsentation ihres neuen Kombi-Modells XC 90 geht
die schwedische Automarke Volvo ungewöhnliche optische Wege.
An markanten Stellen mehrerer Großstädte wurden auffällige
Plakate installiert: Dabei zeichnen sich weiß die Umrisse
des Volvo-Modells ab – das Auto selbst scheint aus dem Plakat
"herausgefallen" zu sein.
In der Tat werden die Passanten von einem 3-dimensionalen Papp-Dummy
überrascht, der auf dem Gehweg direkt vor dem Plakat angebracht ist.
Beim schnellen Vorbeifahren mit einem Bus oder dem Auto entsteht
durch diesen Trick ein origineller Effekt, der sofort die Blicke
auf sich zieht.
Die selbstbewusste Werbebotschaft: "Es gibt Autos. Und es
gibt Volvo" wird mit diesem Gag ansprechend ins Bild gesetzt
und unterstrichen.
Der Volvo erscheint im doppelten Sinne des Wortes als Auto, das
aus dem Rahmen fällt.
Unfallfrei
Wie kann ein Autokonzern die Tatsache kommunizieren, dass dank eines
selbst entwickelten Sicherheitssystems die Unfallzahlen mit Autos
dieses Fabrikats deutlich zurückgegangen sind?
Man könnte die Betrachter mit technischen Parametern langweilen
oder mit schon tausendmal gesehenen Fotos glücklicher Familien
- oder man macht es wie Mercedes Benz, und überrascht mit einer
wirklich neuen und bildhaften Parabel.
Je älter ein Baum ist, desto imposanter und schöner wirkt
er. Und nicht nur Kinder fragen sich angesichts solches Giganten,
was dieser Baum wohl schon alles erlebt haben mag.
Die verschobenen Jahresringe des in der Anzeige abgebildeten Baumes
erzählen von einem langen Leben – und auch vielen unschönen
Ereignissen und Unfällen.
Doch plötzlich – zählt man die Jahresringe zurück,
muss es das Jahr 1995 gewesen sein – ändert sich alles.
Die Jahresringe sind wieder glatt und ebenmäßig.
Dank des von Mercedes entwicklten EPS-Systems kann dem Baum nichts
mehr etwas anhaben.
Die klare und einfache Bildsprache und die fast poetische Metapher
bleiben dem Betrachter angesichts der sonst allgegenwärtigen
Reizüberflutung lange im Gedächtnis.
Formel-1-Reis
Neben Fußball erregt kaum ein Sport die Gemüter so
sehr wie die Rennen der Formel 1.
Zeitungen berichten seitenweise über Reifenprofile, Benzinsorten
und Befindlichkeiten der Fahrer.
Jeder Fernsehzuschauer, der nachts aufsteht, um die Rennen am anderen
Ende der Welt live zu verfolgen, kommentiert mit Kennerblick die
Szenerie.
Der Reiz dieses Sports liegt vor allem in der Faszination der Geschwindigkeit.
In rasantem Tempo "fliegen" die Boliden über den
Asphalt - tanken und Reifenwechsel geht in Sekunden über die
Bühne.
Auch der neue Express-Reis von Uncle Ben’s drückt mächtig
aufs Tempo – in nur 2 Minuten ist er fertig. Da ist eine Assoziation
zur Formel 1 naheliegend und originell.
Die gestrickten Topflappen im schwarz weißen Design der Startflagge
machen deutlich, dass das Kochen hier so schnell geht wie ein Boxenstopp.
Angesichts dieser tollen Anzeige fragt man sich, ob es den Leuten
von Uncle Ben’s inzwischen nicht doch Leid tut, die Zusammenarbeit
mit der Werbeagentur D’Arcy aufgekündigt zu haben ...
Gründlich
Fusselrollen sind eine praktische Sache und fehlen in kaum einem Haushalt. Sie
originell zu bewerben ist allerdings keine leichte Aufgabe.
Die kleinen Kleberollen sind selten besonders dekorativ oder formschön,
und auch ihr eigentlicher Nutzen – das Entfernen von Fusseln
und Tierhaaren – ist schwer ins Bild zu setzen.
Von diesen schwierigen Ausgangsbedingungen haben sich die Werber
der Firma Fackelmann nicht entmutigen lassen und eine witzige Anzeige
kreiert.
Im Zentrum des Bildes – eine völlig haarlose Katze.
Der Betrachter sucht im ersten Moment nach einem Hinweis auf einen
Tierfutterhersteller oder eine Tier-Zeitschrift, die hier beworben
werden soll.
Doch weit gefehlt: Der Fackelmann Schriftzug und die kleine Fusselrolle
in der rechten Ecke bringen Aufklärung.
Die Kleberollen verrichten ihre Arbeit offenbar so gründlich,
dass dem armen Tier kein einziges Haar geblieben ist.
Auch wenn mancher Tierschützer kurz schlucken wird –
der subtile Humor dieser Anzeige überzeugt und macht sie zu
einem echten Hingucker.
Zielsicher
Der Sportwerbeflächen-Vermarkter SportFive hat mit dieser gelungenen
Anzeige sicher die Lacher auf seiner Seite. Denn in der Regel versuchen
Media-Agenturen, ihre Dienste eher mit aufwändigen Grafiken
und Statistiken über Reichweiten und Tausenderkontakt-Preise
anzupreisen als mit originellen Motiven oder Slogans.
SportFive macht hier eine erfrischende Ausnahme und demonstriert
seine Kompetenz einmal auf ganz andere Weise:
Der Rasierklingen-Hersteller Gillette hat in großem Stil
die Bandenwerbung eines Fussballstadions gebucht. Wie zielsicher
er damit seine anvisierte Kundengruppe erreicht, beweist der glatt
rasierte Kopf von Torwart Fabien Barthez.
So wird der Werbetreibende – wie der Slogan verheißt
– tatsächlich ein "Teil des Spiels".
Staunende Discounter
Obwohl vergleichende Werbung in Deutschland längst erlaubt ist, halten
sich viele Firmen mit dieser Werbevariante immer noch zurück.
Schade, denn die vorliegende Anzeige des PC-Herstellers Dell zeigt,
wie witzig und intelligent vergleichende Anzeigen- und Plakatwerbung
sein kann.
Bei dessen neuester Printpromotion wird der stärkste Konkurrent
im Bereich kostengünstiger Computer nicht nur versteckt, sondern
auf originelle Weise sogar direkt mit seinem Firmennamen auf die
Schippe genommen.
Lotto-Träme
Den Traum von "sechs Richtigen" im Lotto träumen
in Deutschland wöchentlich mehrere Millionen Menschen.
Die Hoffnung auf den glücklichen Zufall ist groß
– die Zahl derer, die zufällig das große
Glück haben, bleibt jedoch klein. Denn die mathematische
Realität ist hart: 1 zu 13.983.816 beträgt die Wahrscheinlichkeit
auf "sechs Richtige".
Prozentual hat man also eine Chance von 0,000007 % auf den
großen Geldregen. Trotzdem hofft natürlich jeder
Mitspieler auf den großen Treffer.
Während die bisherigen Werbemotive der Lottogesellschaften
diese Sehnsucht durch platte Motive mit offensichtlich neureichen
Gewinnern aufgriffen, hat die Werbeagentur TWBA jetzt eine
originelle Anzeige entwickelt, deren Sinn sich erst beim genauen
Betrachten erschließt: Der Gucci-Schriftzug einer kostbaren
mit Diamanten eingefassten Uhr wurde durch das Wort Lotto
ersetzt.
Lotto macht eben doch Millionäre.
Das Ende der Sprachschwierigkeiten
Bei dieser Anzeige muss man schon zweimal hingucken – oder besser – mehrmals lesen.
Denn auf den ersten Blick erfasst der Betrachter nur ein Wirrwarr
scheinbar zusammenhangloser Wörter. Doch nach und nach ergibt
der Mix aus Englisch, Französisch und Spanisch einen Sinn:
Und man fühlt sich plötzlich an Urlaub erinnert, in denen
man – der Landessprache nicht ganz mächtig – versucht
hat, seinem einheimischen Gegenüber etwas mitzuteilen.
Was dann dabei herauskam, muss etwa so chaotisch geklungen haben
wie der vorliegende Anzeigentext. Das Deftige des Textes (etwa:
"Heilige Sch..., du bist ein verdammtes Genie!") macht
die Anzeige sehr lebendig und lebensecht.
Eine bessere Werbung kann es für eine Sprachschule kaum geben
– diese Anzeige der Inlingua Language School heimste zu Recht
zahlreiche internationale Werbepreise ein.
Denn selten wird der Kundennutzen eines Angebots treffender ins
Bild gesetzt.
Marmeladen-Lügen
Nun scheinen auch Traditionsmarken wie Storck dem allgemeinen Jugendwahn erlegen zu sein.
Der deutsche Süßwarenhersteller, mit Produkten wie "Werther’s
Echte" oder "Merci" nicht gerade ein Renner bei den
Teenies, hat seinen Werbeauftritt einer Verjüngungskür
unterzogen: Anlässlich des 100. Firmenjubiläums läuft
auf allen Fernsehkanälen ein mehrminütiger Hochglanz-Werbespot,
der schließlich in dem Slogan "Part of your world"
gipfelt.
Es ist zweifelhaft, ab sich die Hauptzielgruppe der 40- bis 65-Jährigen
in einem solchen Werbeschlagwort wirklich wiederfindet.
Da lobt man sich doch die neueste Anzeige von Zentis, in der für
das bekannte Pflaumenmus geworben wird: Eine nette, aber freche
Oma gibt hier zu, dass sie ihre Familie seit Jahrzehnten belogen
hat und das leckere Pflaumenmus nicht von ihr, sondern von Zentis
stammt.
Die Stimmigkeit des Motivs und die originelle kleine Geschichte,
die mit dieser Anzeige erzählt wird, zeigt, dass auch mit Models,
die älter als 21 sind, erfolgreich geworben werden kann.
Und mehr noch: Die Anzeige strahlt eine besondere Authentizität
aus und überzeugt durch die "Echtheit" des Models.
Echte Kerle brauchen Lollis
Kaum eine Werbung ist so bekannt, so legendär und so kultig wie
die für Marlboro-Zigaretten. Schon seit Generationen träumt
man angesichts der in den Sonnenuntergang reitenden Cowboys von
Freiheit und Abenteuer.
Wie kaum einer anderen Marke ist es Marlboro gelungen, ihr Produkt
mit Emotionen und Sehnsüchten aufzuladen.
Umso witziger ist es, dass jetzt ausgerechnet der Marlboro-Mann
für eine Anti-Raucher-Kampagne herhalten muss.
Denn die Hamburger Kreative Nuria Pizan hat dem rauchenden Cowboy
kurzerhand einen ChupaChups-Kinder-Lolli verpasst.
Und das Motiv zeigt: Echte Kerle brauchen keine Kippe!
Aber der Betrachter muss schon zweimal hinschauen, denn dass ausgerechnet der
Raucher schlechthin zum „Quit smoking“ aufruft, ist
überraschend und macht den Erfolg dieser Anzeige aus.
In Wallung gebracht
Dieses Foto scheint mitten in einem Erdbebengebiet aufgenommen worden zu
sein – nach heftigen Erdstößen ist der Wohnblock
völlig aus den Fugen und liegt schief auf seinem alten Fundament.
Doch der Blick in die rechte untere Bildecke macht stutzig –
Coco de Mer, Erotik Shops? Wie passt denn das zusammen?
Sehr gut sogar, vorausgesetzt man denkt ein bißchen frech
um die Ecke und ist zu einem kleinen doppelbödigen Scherz aufgelegt:
Coco de Mer, britische Erotikkette, verkauft in ihren Shops erotisierende
Medikamente, Massageöle und flottes Sexspielzeug und verspricht
seinen Kunden bei deren Gebrauch geradezu erdbebenartige Gefühlsausbrüche.
Offenbar waren die Mieter des Hauses eifrige Sex-Shop-Kunden und
haben bei ihren tête-á-têtes das ganze Haus in
Wallungen gebracht ...
Otto-Euphorie
Mit Verblüffung, Staunen und einer Portion
Neid mussten deutsche Fußballanhänger zur Kenntnis
nehmen, dass der vor wenigen Jahren hierzulande verschmähte
Otto Rehagel die griechische Nationalmannschaft zum Europameistertitel
geführt hat. Um wenigstens etwas vom Glanz der Champions
abzubekommen, waren alle plötzlich wieder Otto-Fans. Die
„Bild“-Zeitung überschlug sich mit Lobeshymnen
und brachte Rehagel sogar als neuen deutschen Trainer ins Gespräch,
griechische Restaurants wurden umbenannt und das bisher „Suflaki“
genannte Nationalgericht war in vielen Restaurants nur noch
als „Rehakles-Teller“ erhältlich. Die allgemeine
Euphorie um den neuen „Fußball-Gott“ wusste
ein Unternehmen besonders gut zu nutzen: das Versandhaus „Otto“.
selten waren die Hamburger wohl so froh über ihren Firmennamen
wie in diesen Wochen. Der Versandhaus-Slogan „Otto –
find’ ich gut!“ bekam eine völlig neue Bedeutung.
Folgerichtig schaltete der Otto-Versand eine Anzeige, in der
jubelnde Griechenland-Fans scheinbar den Werbeslogan des Versandhauses
skandieren. Auch der schon vor der EM beworbene Otto-Claim „Saison
der Überraschungen“ wirkt hier herrlich zweideutig.
Das Beispiel zeigt, wie hervorragend sich aktuelle Themen für
Ihre eigene Werbung nutzen lassen!
Ausgegoogled
Die Suchmaschine Google ist unangefochtener Marktführer. Doch das
Münchner Unternehmen seekport macht sich dessen ungeachtet
auf, dem Platzhirsch diesen Rang streitig zu machen.
Passend zu diesen selbstbewusst-frechen Plänen ist auch die
Werbekampagne von seekport gestaltet. Vor allem die Headline "Nun
hat’s sich ausgegoogled!" sticht ins Auge.
Unterstrichen wird diese kleine Provokation durch den wirren Stecknadelhaufen,
der das vermeintliche Chaos der Google-Ergebnislisten darstellt.
Demgegenüber versteht sich seekport als Anbieter, der auch
die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen findet.
Schön, wie hier eine schwer zu vermittelnde Thematik wie das
Suchmaschinen-Ranking veranschaulicht wird. Die Tatsache, dass dem
Konkurrenten Google angesichts dieser provokanten Werbung fast gar
nichts anderes übrig blieb, als die Kampagne mit einer einstweiligen
Verfügung zu stoppen, tut dem Erfolg dieser Anzeige keinen Abbruch.
Denn der so entstandene Presserummel sorgte für zusätzliche
Bekanntheit. Das Beispiel zeigt, dass es sich durchaus lohnen kann,
bei einer einmaligen Werbekampagne auch einmal eine Abmahnung in
Kauf zu nehmen.
Abi 2016
Pünktlich zur Einschulung 2004 hat der Bekleidungskonzern Tom
Tailor eine extra auf Kinder zugeschnittene Plakatkampagne gestartet.
Wohl alle stolzen Eltern von Erstklässlern sind nun im Besitz
der klassischen Einschulungsfotos, auf denen ihr Kind mit Schulranzen
und Schultüte vor einer Schiefertafel posiert.
Das vorliegende Plakatmotiv ist an diese bekannte Szenerie angelehnt
– hat sie jedoch frech abgewandelt. Selbstbewusst trägt
das kleine Model die neuesten Tom-Tailor-Klamotten – der Schriftzug
auf dem Pulli ist an die bekannten Abiturienten-Scherze angelehnt.
Doch die holprige Schrift auf der Tafel lässt ahnen, dass
es bis zum Abi 2016 wirklich noch ein weiter Weg ist. Dabei werden
sich die Eltern der Schulanfänger an solche Schreibversuche
gewöhnen, denn seit der Grundschulreform vor 2 Jahren werden
die Kleinen ermutigt, so zu schreiben, wie sie die Worte hören.
Fehler sind dabei durchaus erlaubt und werden erst langsam im Laufe
der Zeit korrigiert – hoffentlich aber bis zum Abi ...
Verdrehte Welt
Vergleichende Werbung ist in vielen Unternehmen immer noch ein Tabu. Zu groß
ist offenbar die Angst davor, es sich mit dem Mitbewerber zu verscherzen
oder rechtliche Grauzone zu betreten.
Dabei ist vergleichende Werbung seit Jahren erlaubt – und
bietet, wie kaum eine andere Werbeform – die Möglichkeit,
sich originell und frech in Szene zu setzen.
Im Bereich der Autovermieter hat sich Sixt mit witzigen Anzeigenmotiven
und ironischen Slogans schon lange einen hervorragenden Namen gemacht.
Nun punktet überraschend auch Europcar mit einer bemerkenswerten
Kampagne – und vergleichender Werbung.
Dabei werden in einem Anzeigenmotiv direkt die Mietpreise mit Sixt
verglichen – durch einfaches Umdrehen wird aus dem teuren
Sixt-Preis der günstige Europcar-Tarif.
Da müssen sich die Sixt-Werber aber ganz schön was einfallen
lassen, wenn sie diese tolle Idee toppen wollen!
WerbePraxis aktuell
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