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Warum Sie Ihr Marketing wohl bald umstellen müssen

Rauchen ist tödlich. Alkohol ist schädlich. Kekse sind ungesund. Da in der EU niemand mehr an die Aufgeklärtheit des Verbrauchers glaubt, müssen Sie Ihr Marketing schon bald umstellen.


Denken Sie nur an die Nahrungsmittelindustrie: Wie viel Salz, Zucker und Fett enthält das Produkt? Diese Angaben werden bei Lebensmitteln bald Pflicht sein. Doch das ist erst der  Anfang: Die nächste Auszeichnungswelle steht nämlich schon vor der Tür, und diesmal betrifft sie alle Branchen – nicht nur den Handel, sondern auch Dienstleister wie Reisebüros, Speditionen und Bringdienste. In Zukunft muss auf Waren stehen, wie viel Gramm Kohlendioxid bei ihrer Herstellung produziert wurden. Und diese Angaben müssen Sie – nach den derzeitigen Plänen –  auch in die Werbung mit aufnehmen. Vorreiter ist Großbritannien. Kartoffelchips der Marke  Walkers tragen dort bereits ein CO2-Label, die Drogeriemarktkette Boots plant ähnliche Angaben  auf ihren Shampoos, und der Supermarktriese Tesco will die Ökolabel im ganzen Sortiment  einführen.

Was diese Entwicklung bedeutet
Schauen Sie sich Ihre erfolgreichsten Kampagnen am besten ganz genau an. Wie vertragen sie  sich mit Öko-Siegel und CO2-Angaben. Denken Sie an ein Extrembeispiel: Unter den Offroadern „der einzige, der nur 45 % mehr CO2 ausstößt als erlaubt“ ist als Werbeaussage natürlich  undenkbar. Dieses Beispiel zeigt jedoch deutlich, wie viel Gedankenschmalz Sie und Ihre  Werbeagenturen zukünftig investieren müssen – auch um das dem Käufer permanent vorsuggerierte schlechte Gewissen zu nehmen.

Und: Sie müssen Vertrieb und Produktion in einer der kommenden Besprechungen darauf  hinweisen, dass Sie für das Marketing zukünftig die CO2- Zahlen brauchen werden. Nur wer sich jetzt darauf vorbereitet, ist auch rechtzeitig gerüstet. Der Grund: Den meisten Unternehmen fehlt das Know-how, um den so genannten Kohlenstoff-Fußabdruck ihrer Produkte selbst zu bestimmen. Denn der gesamte Lebenszyklus muss unter die Lupe genommen werden: von der  Produktion über die Verpackung und den Transport bis zur Entsorgung.

Gehört Ihr Unternehmen dazu?
Doch auch für Ihr Marketing müssen Sie jetzt ein Frühwarnsystem entwickeln. Denn einige  Unternehmen (möglicherweise auch das, für das Sie gerade arbeiten) werden in der  Öffentlichkeit unter Druck geraten, weil ihre Aktivitäten viel CO2 erzeugen. Beispiel: Hersteller von  Produkten, die per Luftfracht transportiert werden. Andere Firmen könnten profitieren, etwa weil  sie lokal produzieren. Aber Vorsicht: Die Regel „Weit gereist gleich umweltschädlich“ gilt nicht  immer. Die Manchester Business School hat die Wertschöpfungsketten von 150 Lebensmitteln untersucht und konnte nicht nachweisen, dass lokal erzeugte Lebensmittel eine günstigere  Ökobilanz haben. Beispiel: Produkte, die innerhalb Europas per Lkw transportiert werden, haben  oft eine schlechtere CO2-Bilanz als solche, die per Containerschiff aus Übersee kommen.  Insofern könnten Importeure von einer Auszeichnungspflicht sogar profitieren, da Labels diese Tatsache offenbaren.

Auch das sollten Sie für Ihr Marketing nicht außer Acht lassen:
Im Zuge der gesetzlichen Fußfesseln werden immer mehr Firmen ihre Ökobilanz verbessern.  Das stellen Sie – sofern Ihr Unternehmen zu den Vorreitern gehört – natürlich entsprechend heraus! 

Quelle: Werbepraxis aktuell


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