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Werbevideos selbst drehen - so gelingt der Einstieg

veröffentlicht am 12.02.2009 unter Werbung
Seitdem bekannt wurde, dass dem amerikanische Mixerhersteller Blendtec ein Budget von 50 $ reichte, um zum YouTube-Werbestar zu werden, ist klar: Riesige Budgets und hochprofessionelle Kameratechnik sind nicht nötig, um im Web mit Werbevideos Erfolg zu haben. Es reichen die eigenen Mitarbeiter, eine Ausstattung für wenige 100€ und ein paar Grundregeln, um loszulegen.

Bernd Röthlingshöfer, Chefredakteur von Werbepraxis aktuell, gibt Ihnen Tipps, wie Sie ihre ersten Werbevideos erfolgreich selbst drehen.
1. Legen Sie nicht gleich los. Wenn Sie am Drehort sind, machen Sie sich eine Liste der Dinge, die Sie im Film zeigen wollen. Einfach mal die Kamera laufen lassen, ist eine Methode, die selten zu einem guten Film führt.

2. Drehen Sie aus der Hand. Wenn Sie nicht gerade übermäßig zittrig sind, behalten Sie die Kamera in der Hand. Die Kameraelektronik stabilisiert auch leichtes Wackeln. Wer aus der Hand dreht, bleibt beweglich. Aufnahmen vom Stativ wirken schnell zu steif.

3. Sehen Sie nicht durch den Sucher, sondern kontrollieren Sie alles durch das Display. Als Kameramann sollten Sie das Drumherum der Szene im Auge behalten können.

4. Drehen Sie nur stehende Einstellungen. Für Ihre ersten Filme: Bitte keine Schwenks oder Zooms! Das sind die Filmkniffe, bei denen es dem Zuschauer leicht flau im Magen wird.

5. Vermeiden Sie Sitzinterviews. Also solche, bei denen der Interviewpartner vor einer Bücherwand sitzt oder steht. Die sind nämlich sterbenslangweilig und nur dann zu ertragen, wenn der Interviewpartner etwas höchst Spannendes zu erzählen hat.

6. Bewegen Sie sich. Beim Filmen handelt es sich um Bewegtbild. Also bewegen Sie sich als Kameramann. Zeigen Sie zum Beispiel Ihren Interviewpartner oder ein Produkt aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

7. Bleiben Sie auf Augenhöhe. Wenn Sie Personen filmen, stellen Sie diese nicht von unten dar und blicken Sie nicht mit der Kamera auf sie herab. Viele Menschen wirken dann unvorteilhaft und verzerrt.

8. Schalten Sie die Kamera beim Szenenwechsel ein und aus. Lassen Sie die Kamera nicht während eines Szenenwechsels laufen. Sie müssen diese Sequenzen sonst später herausschneiden und sparen sich so die Mehrarbeit. Außerdem hilft es Ihnen, den nächsten Punkt zu beachten.

9. Lassen Sie jede Kameraeinstellung mindestens 10 Sekunden stehen. Hilfreich ist es, wenn Sie die Sekunden einfach still mitzählen.

10. Zeigen Sie keine Rätsel. Bei jedem Objekt, das Sie filmen, überlegen Sie bitte: Kann es der Zuschauer innerhalb von wenigen Sekunden erkennen? Ist es überhaupt für die Aussage Ihres Films wichtig? Es ist völlig sinnlos, Details zu zeigen, die nichts mit dem Fortgang der Story zu tun haben.

11. Beachten Sie die 5-Shot-Regel, um Ihre Filmstory zu erzählen
  • Shot 1: Was passiert? Zeigen Sie dem Zuschauer die Aktion, über die Sie berichten wollen.
  • Shot 2: Wer agiert? Von wem geht diese Aktion aus? Wer macht es?
  • Shot 3: Wo findet das alles statt? Geben Sie dem Zuschauer eine räumliche Orientierung, wo die Handlung stattfindet.
  • Shot 4: Wie gehört das zusammen? Unterstreichen Sie nochmals, wie Aktion und Akteur zusammengehören.
  • Shot 5: Der Wow-Shot. Mit dieser Schlusseinstellung verabschieden Sie sich bereits vom Zuschauer. Wählen Sie dazu ein besonders eindrucksvolles, schönes Bild.
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